Zeitachse zu Ostern

In der im Markusevangelium beschriebenen Zeit waren in Israel zwei Kalendervarianten gängig, die beide von unserer heutigen Zeitrechnung („gregorianischer Kalender“) abweichen. Grundsätzlich fing das jüdische Jahr mit dem Monat Nisan im Frühjahr an. Je nach Mondstellung liegt dieser Monat in unserem März oder April. Im Norden Israels war es üblich, die zwölf Stunden des Tages mit Beginn des Sonnenaufgangs zu zählen. Der 24-Stunden-Tag endete somit mit dem nächsten Sonnenaufgang. Die Jünger und Jesus selbst waren diesen „galiläischen“ Kalender gewohnt. Im Süden des Landes, somit auch in Jerusalem, galt die „jüdäische“ Einteilung des Tages, die mit dem Sonnenuntergang begann und auch endete. Die galiläischen Datumsangaben laufen dem judäischen Kalender also immer 12 Stunden voraus. Unser heutiger Tagesbeginn um Mitternacht weicht davon wiederum um 6 Stunden ab. Wenn in Markus 15,25 von 9 Uhr gesprochen wird, ist damit die Zeitangabe „dritte Stunde“ des griechischen Manuskripts wiedergegeben, also drei Stunden nach Sonnenaufgang (galiläische Zeitrechnung) mithin etwa 6 Uhr. Der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs ist natürlich von der Jahreszeit abhängig, wegen der Äquatornähe Palästinas ist die Annäherung mit 6.00 Uhr morgens unserer Zeitrechnung allgemein üblich und Standard im vereinfachten jüdischen Zeitmaß (vgl. Wikipedia).

Die nachfolgende Darstellung ist eine Adaption von: Peter L. Smith: Chronology & Synopsis of the Passion Week (Quelle: bible.org).